Heinz Tetzner - Maler, Grafiker und Gersdorfer Ehrenbürger

Heinz Tetzner wurde in der Gemeinde Gersdorf in Sachsen geboren und lebte bis zu seinem Tode dort. Nach seiner Lehre als Musterzeichner musste er 1939 seinen Wehrdienst antreten, besuchte jedoch 1941 als Gastschüler bei Alfred Partikel die Kunstakademie in Königsberg. Den Rest brachte er sich autodidaktisch bei. Besonders der französische Maler Paul Cézanne hatte es ihm angetan.

Ab 1944 war Heinz Tetzner in Kriegsgefangenschaft in Südfrankreich. Aufgrund der schönen Landschaft dort beschäftigte er sich intensiver mit der Kunst. Es entstehen Zeichnungen und seine ersten Aquarelle. Nachdem er 1946 aus der Gefangenschaft entlassen worden ist, begann er sein Studium an der Hochschule für Bau und Bildende Kunst in Weimar, das bis 1950 dauern sollte.

In dieser Zeit lernte er unter anderem die Maler Max Pechstein, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff kennen, die ihn mit ihren Werken sehr beeinflusst haben. „Das war Futter für mich, denn sie machten etwas, was mich interessierte und in meiner Auffassung von Kunst bestätigten - denn alle malten und zeichneten im expressionistischen Realismus", erinnert sich Heinz Tetzner zurück. Auch Pablo Picasso hat ihn mit seiner Art hinter die Fassade zu blicken beeinflusst. „Bei einem Porträt versuche ich auch immer, hinter die Fassade zu blicken, die Hintergründe darzulegen und das Psychologische zu beachten." Deswegen malt Heinz Tetzner auch expressionistisch, denn ein Foto oder ein reales Abbild kann das nicht so, wie er es gern hat. Auch Landschaften sind für ihn bis zu einem gewissen Grade Porträts.

Seine erste Personalausstellung hatte Tetzner 1949 in Weimar anlässlich des Goethe-Jahres. Ab 1950 war er Meisterschüler bei Professor Otto Herbig. Im folgenden Jahr heiratete er Charlotte Decker und wurde erst Assistent und später Dozent für Farbgestaltung und Aktzeichnen an der Hochschule für Bau und bildende Kunst in Weimar. Seit 1954 arbeitet er als freischaffender Maler und Grafiker in seinem Heimatort Gersdorf.

Bereits ein Jahr später erhielt er den Max-Pechstein-Preis der Stadt Zwickau. Außerdem wurde er in den Verband Bildender Künstler Deutschlands aufgenommen. Den Kunstpreis des Bezirks Karl-Marx-Stadt bekam Tetzner im Jahr 1956/57. 1960 wurde der Gersdorfer als Dozent an die Fachhochschule für angewandte Kunst nach Schneeberg berufen.

1976 gab es eine erste umfassende Personalausstellung im Städtischen Museum in Karl-Marx-Stadt. Zum zweiten Mal erhielt er 1987 den Max-Pechstein-Preis der Stadt Zwickau. Eine erste Erarbeitung eines Teilverzeichnisses seiner Werke der Jahre 1940 bis 1987 erfolgte 1988 bis 1990 durch das Bezirkskunstzentrum Karl-Marx-Stadt. In den Kunstsammlungen Chemnitz fand 1990 anlässlich des 70. Geburtstages von Heinz Tetzner eine Retrospektive statt.

Immer wieder zieht es den Rentner nach Südfrankreich, vor allem in die Provence, wo er Aquarelle, Ölbilder und Zeichnungen von den Landschaften anfertigt. 1995 macht ihn seine Heimatgemeinde Gersdorf zum Ehrenbürger, ein Jahr später erhält er den Grafikpreis der Neuen Sächsischen Galerie Chemnitz. Zweimal stellt er zwischen 1996 und 1998 in der Gallery „Montserrat" in New York aus. 1999 wird Heinz Tetzner eine besondere Ehre zu Teil: er erhält das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.

Zu seinem 80. Geburtstag 2000 findet in Gersdorf ein großer Festakt statt. Er erhält den Ehrenpreis Südwestsachsens und den Grafikpreis „100 ausgewählte Grafiken 2000". Im darauffolgenden Jahr eröffnet in Gersdorf in der Hessenmühle das Tetzner-Museum Gersdorf, das seitdem wechselnde Ausstellungen mit Werken des Künstlers zeigt. Anlässlich seines 85. Geburtstages wurde vor dem Tetzner-Museum eine Porträtbüste Heinz Tetzner von Konrad Hunger aufgestellt.

Heinz Tetzner war - wie seine Frau Charlotte, die während ihrer Inhaftierung im KZ Ravensbrück 1941 "Bibelforscherin" geworden war - über lange Jahre hinweg Angehöriger der Zeugen Jehovas, was er auch bis zu seinem Tod blieb. Im örtlichen Königreichssaal in Gersdorf, die Zusammenkunftsstätte der dortigen Zeugen Jehovas, schuf er eine Wandmalerei, die Jesus Christus darstellt.

Selbst in hohem Alter arbeitete Heinz Tetzner immer noch in seinem Atelier, allerdings anders als früher. „Alles geht ausgewogener von Statten. Ich überlege länger, was ich malen oder zeichnen will, brauche aber auch mehr Pausen. Einen Motor kann man auch nicht von morgens bis abends belasten", so Tetzner, der Ölgemälde nur im Sommer malte, wenn es in seinem Atelier warm ist. „Der kleine Ofen dort wärmt im Winter nicht genug. Wenn ich bis 90 malen kann, dann bin ich sehr zufrieden." Das war Heinz Tetzners Ziel, aber auch immer bessere Bilder zu malen. Ein besonderes Thema, das ständig wiederkehrt, sind die Harlekine. „Sie sind traurig, auch wenn sie lachen, haben ständig zwei oder mehr verschiedene Gesichter. Das finde ich sehr faszinierend."

Heinz Tetzner starb am 20. August 2007 in seinem Haus in Gersdorf im Kreis seiner Familie nach langer, schwerer Krankheit.

(Quelle: www.wikipedia.de)

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» Tetzner Museum